Wassermühle Grabow

Aus Mühlenarchiv MV

1. Standort

Erfasser: Arlt, Arbeitsstand: NaT

Landkreis (1990):
LUP
NaT
Adresse:
Pferdemarkt 8, 19300 Grabow
Gemarkung:
Gemarkung Grabow (131049), Flur35, Flurstück 19
GPS:
53°16'39.4"N 11°33'44.4"E
DenkmalGIS: 33270817;5908654
Bezeichnung:
Mühle Bollbrügge



2. Denkmalstatus

Schutzgut:
Mühlenkomplex mit Mühle, Wohnhaus und Speicher
Listeneintrag (seit ...):
DL-LUP-LWL: 750



3. Mühlenart

Mühlentyp:
Wassermühle/ Industriemühle
Formtyp:
Wassermühle (Turbinenmühle) am Fluß: Elde
Urfunktion:
Kornmühle
Nutzung:
keine Nutzung
Baujahr:
ab 1830


4. Bauzustand und Funktion

4.1 Bauzustand

.. im Jahr 2025 :
  • dringender Handlungsbedarf
  • Zustandsbeschreibung:
  • gewaltiger Mühlenkomplex mit Mühle, Brücken, Speicher und Wohnhaus bildet mit Überlauf eine Mühleninsel
  • starker Verfall durch undichte Dächer
  • 4.2 Technik

    .. im Jahr 2025 :
  • teilweise erhalten
  • Zustandsbeschreibung:
  • Wasserantrieb mit Fluß, Wehr, Überlauf, Turbinen erhalten, noch in Funktion zur Stromerzeugung
  • Mahltechnik in Resten erhalten
  • 4.3 Baubeschreibung

    Standort
    • gewaltiger Komplex als prägender Teil der Altstadt von Grabow
    • Mühleninsel an der Elde
    • Wertung: prägender Tei von Stadt und Stadtgeschichte
    • Empfehlung: dringenste Sicherung/ Sanierung der Dächer zum Erhalt des Denkmals
    • neue Nutzungsperspektive nach Aufgabe Industrieproduktion

    5. Umgebung

    6. Standortgeschichte

    Erste Erwähnung der "Moelen" zu Grabow 1325, 1558 Bau der alten Kornwassermühle, Hartwig Bolbrügge pachtet 1709 die Grabower Mühle, wird zum Stammvater der Grabower Müllerdynastie Bollbrügge.

    Mühle bleibt bei Stadtbrand 1725 unzerstört, wird 1828-1831 neu gebaut und auf technischen Höchststand gebracht, ist Korn-, Loh- Walk- und Ölmühle, 1868/1870 Ersatz der sechs Wasserräder durch drei Turbinen, 1888 ergänzt um Dampfmaschine, 1897-1898 Vollständige Erneuerung der Mühleneinrichtung, automa­tischer Betrieb und neue Getreidereini­gungsanla­ge in neuem Gebäude an Stelle der abgeris­senen Ölmüh­le, Ölmüllerei wird eingestellt, Übergang von der Lohn- zur Handelsmüllerei, selbständiger Industrie­betrieb entstand.

    1923-1924 Elektrizitätswerk eingebaut.

    Nach 1945 im Auftrag der SMAD weitergearbeitet, 1951 volkseigen, umfassende Modernisierung 1957-1960 und 1969, Turbinenanlage der Grabower Mühle im Mai 1971 wegen fehlender Ersatzteile stillgelegt, bis 1989 Gerstenschrotung

    Neue kleine Turbinenanlage 1993 eingebaut, "Mecklenburger Elde-Mühlen GmbH Parchim", Außenstelle Grabow, ist einzige noch in Betrieb befindliche Kornmühle in Mecklenburg, die Wasserkraft für Mühlbetrieb nutzt.

    Mühlenbetrieb wird 1998 eingestellt, 2001 weitestgehende Demontage der Maschinen und Anlagen.

    7. Dokumentation

    8. Bildergalerie